• Agnieszka Payerl

Respekt!fluencerin Irini Isho


Respekt!fluencer*innen sind die antirassistischen Profis vor Ort. Sie kennen das politische Umfeld und haben im besten Fall auch eigene antirassistische Netzwerke. Sie sind aufmerksam, aktiv und sichtbar engagiert. Sie sind nicht nur Multiplikator*innen sondern eine antirassistische örtliche Instanz.


Zur Person


Respekt!fluencerin Irini Isho studiert Soziologie im Master. Ihre eigenen Erfahrungen mit Rassismus und ein unbrechenbarer Wille, die Welt zu einem besseren Ort machen zu wollen, treiben sie an. Neben dem Studium engagiert sie sich ehrenamtlich bei der IG Metall. Sie führt antirassistische Workshops und Trainings durch und bereichert die Arbeit der Respekt! Initiative durch inhaltliche Inputs.



INTERVIEW

Irini, du bist mehr als nur gegen Rassismus. Du bist bekennende, aktive Antirassistin. Wo ist da eigentlich der Unterschied und was treibt dich an?

Naja, mal einfach ausgedrückt: gegen Rassismus zu sein ist in meinen Augen eine Selbstverständlichkeit, denn dafür muss man nicht politisch sein oder sich für irgendwas interessieren. Mensch sein genügt!

Sich aktiv in die Bekämpfung von Rassismus einzusetzen, erfordert sicherlich nochmal eine größere Motivation, weil man sich dem Thema verschreibt, Zeit und Mühe aufbringt. Meine Motive rühren vor allem aus meinen eigenen Erfahrungen mit Rassismus. Rassistische Sprüche auf der Straße, institutioneller Rassismus in der Schule.


Lass uns über gute Taten sprechen. Was machst du denn konkret?

Ich habe für die Respekt!-Initiative unter anderem als ehrenamtliche Teamerin gearbeitet. Es gibt einen Tagesworkshop, der sich an junge Auszubildende richtet und sie für die Diskriminierungsthemen sensibilisiert. Eigentlich vermittele ich dort das, was ich in meinem Alltag selbst lebe: ich gehe mit offenen Augen durchs Leben und schreite überall dort ein, wo ich Ungerechtigkeit sehe. Rassismus zu erkennen ist der erste Schritt. Dafür benötigen wir Sensibilisierung.Um ihn zu benennen braucht es Zivilcourage.


Denkst du, dass dein Engagement einen Unterschied macht? Wenn ja, für wen?

Ja, ganz klar. Jeder noch so kleine Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich versuche auch den Seminarteilnehmenden immer zu erklären, dass sich der Einsatz gegen Rassismus ob im Betrieb, im Privaten, im Bus oder in der Bahn immer lohnt. Manchmal erscheint dieses Engagement mühsam, aber unser Handeln hat Wirkung. Wir können damit die von Rassismus Betroffenen stärken, ihnen Mitgefühl schenken und darüber hinaus gehen wir mit gutem Beispiel voran. Wir zeigen Ungerechtigkeiten und Diskriminierung auf und sensibilisieren so wiederum weitere Personen. Ich kann mich an einige Situationen in der Öffentlichkeit erinnern, in denen ich mich entschieden gegen rassistisches Handeln aufgelehnt und damit eben nicht nur die betroffene Person unterstützt habe, sondern auch der umherstehenden Masse gezeigt habe: „Hey, das ist einfach nicht in Ordnung“.


Die Respekt!-Initiative hat dir das Gütesiegel „Respekt!fluencerin“ verliehen und damit dein bisheriges Engagement gewürdigt. Wie sieht denn für dich das nächste Jahr aus? Hast du schon etwas konkretes geplant?

Nächstes Jahr sind Bundestagswahlen und ich denke, dass mein Fokus, ob im privaten oder beruflichen Umfeld auch ganz stark darauf liegen wird, über die AfD und ihre rassistische und menschenverachtende Politik aufzuklären. Ich hoffe auch, dass der Protest auf der Straße wieder mehr möglich sein wird, ohne dass man Angst vor Ansteckung haben muss.


Du hast viel Erfahrung im antirassistischen Engagement und manchmal auch Rückschläge erlebt. Dein Ratschlag fürs dranbleiben-und-nicht-aufgeben?

Wenn ich selbst manchmal das Gefühl habe, dass der Rassismus in unserer Gesellschaft unüberwindbar scheint, versuche ich immer aus der Geschichte neu zu lernen. Gesellschaft ist dynamisch, sie ist wandelbar. Wandelbar durch uns und so kommt es eben auch auf uns und unser Handeln an. Jemand hat mal gesagt, dass der Holocaust wenigstens den Sinn erfüllen müsste, aus ihm gelernt zu haben. Dass so etwas nie wieder geschehen darf. Nie wieder! Das stimmt und das muss uns motivieren. Zugleich können wir aus der Vergangenheit auch lernen, indem wir auf so viele zivilisatorische und emanzipatorische Errungenschaften blicken, die damals unmöglich erschienen, aber durch den Einsatz der Menschen erkämpft und ermöglicht wurden.



Du möchtest dein Engagement sichtbar machen? Andere zum Nachahmen inspirieren? Die treibende antirasistische Kraft sein?

Nehme Kontakt mit uns auf und erfahre, wie auch du Respekt!fluencen kannst!