• Agnieszka Payerl

Respekt!fluencerin Berfe Budak



Respekt!fluencer*innen sind die antirassistischen Profis vor Ort. Sie kennen das politische Umfeld und haben im besten Fall auch eigene antirassistische Netzwerke. Sie sind aufmerksam, aktiv und sichtbar engagiert. Sie sind nicht nur Multiplikator*innen sondern eine antirassistische örtliche Instanz.



Zur Person


Respekt!fluencerin Berfe Budak ist staatlich anerkannte Sozialarbeiten und studiert im Master Diversität und Inklusion. Seit vielen Jahren ist sie ehrenamtliche Teamerin an Berufsschulen, für Seminare der IG Metall und der Respekt!-Initiative. Sie setzt sich sichtbar gegen Rassismus ein, besucht Demonstrationen und entwickelt Antidiskriminierungsprojekte.



INTERVIEW

Berfe, du bist mehr als nur gegen Rassismus. Du bist bekennende, aktive Antirassistin. Wo ist da eigentlich der Unterschied und was treibt dich an?

Gegen Rassismus zu sein bedeutet für mich, nicht nur eine antirassistische Haltung einzunehmen, sondern sich für eine gleichberechtigte Gesellschaft ohne Diskriminierung und Spaltung einzusetzen und dafür zu kämpfen. Dabei spielt Solidarität eine wichtige Rolle!


Lass uns über gute Taten sprechen. Was machst du denn konkret?

Ich beteilige mich an Demonstrationen und Aktionen gegen Rassismus. U.a. war ich an Protesten zur lückenlosen Aufklärung des NSU beteiligt und habe Veranstaltungen zur Erinnerung an die 9 Opfer des rechtsterroristischen Attentats in Hanau organisiert. Um auch an Schulen für dieses Thema zu sensibilisieren und um über institutionellen Rassismus zu sprechen, habe ich dieses Jahr mit zwei Kommiliton_innen und Schüler_innen der Wöhlerschule in Frankfurt ein Antidiskriminierungsprojekt vor Ort durchgeführt.


Denkst du, dass dein Engagement einen Unterschied macht? Wenn ja, für wen?

Ich denke, dass das Engagement von allen Menschen gegen Rassismus und Diskriminierung von Bedeutung ist, weil wir nur solidarisch dafür sorgen können, dass alle Menschen gleich Rechte haben und uns die Geschichte nicht wieder einholt. Es ist außerdem wichtig, dass es nicht nur die Aufgabe von Betroffenen ist, sich gegen Rassismus zu engagieren, das müssen wir gemeinsam tun! So können wir uns als Menschen, die von Rassismus betroffen sind empowern und gleichzeitig solidarisch beieinander stehen. Denn nur gemeinsam sind wir stark!


Die Respekt!-Initiative hat dir das Gütesiegel „Respekt!fluencerin“ verliehen und damit dein bisheriges Engagement gewürdigt. Wie sieht denn für dich das nächste Jahr aus? Hast du schon etwas konkretes geplant?

Ich möchte antirassistische Arbeit leisten, indem ich mich weiterhin organisiere und dafür Kämpfe, dass rechtsterroristische Attentate wie in Hanau nicht mehr geschehen. Außerdem möchte ich gerne weiterhin in dem Themengebiet Bildungsarbeit an Schulen und Betrieben leisten sowie Aktionen auf die Straßen tragen. Eine wichtige Forderung, die ich für das nächstes Jahr formulieren kann, ist das Ermöglichen des Wahlrechts von allen Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, denn nächstes Jahr ist Wahljahr. Dafür möchte ich mich einsetzen.


Du hast viel Erfahrung im antirassistischen Engagement und manchmal auch Rückschläge erlebt. Dein Ratschlag fürs dranbleiben-und-nicht-aufgeben?

Es hat sich bewiesen, dass wir Ziele nur gemeinsam erkämpfen können. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) beispielsweise, ist ein sehr neues Gesetz, welches erst 2006 in Kraft getreten ist und das nur, weil sich viele Menschen dafür stark gemacht haben. Deshalb ist es auch wichtig, sich zu organisieren in Gewerkschaften oder anderen Verbänden, um in den Austausch zu treten, zusammenzuhalten und deutlich zu machen, dass Rassismus nirgendswo Platz hat!



Du möchtest dein Engagement sichtbar machen? Andere zum Nachahmen inspirieren? Die treibende antirasistische Kraft sein?

Nehme Kontakt mit uns auf und erfahre, wie auch du Respekt!fluencen kannst!