Jetzt geht’s los: Das erste Schild hängt!
- Montag, 03. Mai 2010
Ioannis Amanatidis (Eintracht Frankfurt) und Patrik Meyer (Geschäftsführer Commerzbank-Arena) haben das erste Schild der neuen Aktion »Respekt! Kein Platz für Rassismus« aufgehängt.
Die Aktion »Respekt!« wurde von einer Gruppe von Menschen ins Leben gerufen, die alle eins gemeinsam haben: Sie sind der festen Überzeugung, dass Vorurteile, Rassismus, Homophobie und Sexismus auf dem Fußballplatz nichts zu suchen haben. Und auch an keinem anderen Ort der Welt. Die Aktion, die sich über Jahre entwickelt hat, hat eigene Leitlinien und wird über verschiedene Kanäle verbreitet.
Ziel ist es, auf allen Sportplätzen der Bundesrepublik auf das Thema »Respekt!« aufmerksam zu machen: Hierzu wurde ein Schild entwickelt, das in einfachen Worten sehr nachhaltig zum Denken und Handeln auffordert.
Respekt – nur ein Wort?
Respekt ist die Grundlage unserer Zivilgesellschaft, von allen gefordert – aber längst nicht jedem gezollt. Denn wer von anderen Menschen Anerkennung und Akzeptanz erwartet, muss selbst Verantwortung übernehmen und klar Position beziehen – gegen Benachteiligung Einzelner, Diskriminierung gesellschaftlicher Gruppen, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit. Respekt signalisiert Wertschätzung und Achtung gegenüber anderen Personen und schließt damit von vorneherein ausgrenzendes Verhalten aus. Gleichzeitig ist aber klar, dass es keine einheitliche Übersetzung für den Begriff »Respekt« gibt: Dieses Wort hat für jeden Menschen eine individuelle Bedeutung, die sich aus seiner ganz privaten Lebensgeschichte entwickelt hat.
Sag JA zu Respekt – aber ohne negative Ausprägungen
Respekt beinhaltet aber auch immer ein totalitäres Moment, denn in dem Augenblick, in dem aus Respekt zum Beispiel Ehrfurcht wird, entwickelt sich ein neues Machtgefälle zwischen den beteiligten Personen. Wir möchten Respekt aber als etwas verstanden wissen, das uns allen das Zusammenleben erleichtert und die gegenseitige Achtung stärkt – ohne dabei totalitär zu sein und neue hierarchische Strukturen zu schaffen. Gefragt ist in diesen Zeiten glaubwürdiges Engagement, das besonders Jugendlichen konkret vermittelt, wie wichtig das Eintreten für gegenseitigen Respekt und gegenseitige Achtsamkeit ist. Gleichzeitig wäre es wünschenswert, wenn innerhalb der Gesellschaft eine Diskussion zustande kommen würde – eine Diskussion darüber, wie wir uns alle gemeinsam die Gesellschaft der Zukunft vorstellen! Und so kamen wir auf die Idee, die Aktion »Respekt! Kein Platz für Rassismus« ins Leben zu rufen.
Die Geschichte: Wie ist die Aktion entstanden?
Es begann im November 2006 – ausschlaggebend waren immer wieder auftretende fremdenfeindliche Zwischenfälle auf Fußballplätzen, die mit rassistischen Schmähungen durch Zuschauer begannen und in Schlägen und Tritten gegen Spieler gipfelten. Einer der bekanntesten Fälle: Während eines Spiels beleidigten Zuschauer den nigerianischen Spieler Adebobawe Ogungbure, (damals Sachsen Leipzig), woraufhin er mit dem Hitlergruß reagierte. An diesem Tag wurde die Idee für die Aktion »Kein Platz für Rassismus!« (KPfR) geboren: Ogungbures Profikollegen, allen voran sein ehemaliger Mitspieler Daniel Gunkel und dessen Freund Jermaine Jones, beschlossen damals, ein Zeichen zu setzen. Gemeinsam mit dem Frankfurter Fußball-Magazin ZICO wurde die Aktion aus der Taufe gehoben und realisiert: Am 1. März 2007 brachten ebenfalls Ioannis Amanatidis (Eintracht Frankfurt) und Patrick Meyer, Geschäftsführer der Commerzbank Arena, das erste Schild mit der Aufschrift »Kein Platz für Rassismus!« in der Commerzbank Arena an. Heute hängt dieses Schild nicht nur an mehr als 150 Frankfurter Fußballplätzen, sondern auch in Offenbach, Bad Vilbel, Karben, Hofheim, Taunusstein-Wehen, Mainz, Darmstadt und Bad Homburg.
Von Anfang an begleiten und unterstützen Fußballer, Sportler, Künstler und engagierte Menschen als Botschafter die Aktion: Die Frankfurter Sparkasse, die Frankfurter Rundschau und das Frankfurter Fußball-Magazin ZICO (das es heute leider nicht mehr gibt) sind von Anfang an als Partner dabei. Die Pflege und Weiterentwicklung dieser Aktion wurde Ende 2008 dem neu gegründeten Verein »Kein Platz für Rassismus e.V.« übergeben. Wir haben die Idee seit Anfang 2009 weiterentwickelt und eine neue, bundesweite Aktion ins Leben gerufen: »Respekt! Kein Platz für Rassismus«. Respekt! geht über die reine Kernbotschaft »Kein Platz für Rassismus« hinaus - denn »Respekt!« fordert jeden Einzelnen direkt zum Denken und Handeln auf. Diese Botschaft möchten wir auf allen Sportplätzen in Deutschland verbreiten!
Natürlich freuen wir uns über weitere Unterstützer: Informationen bekommt Ihr auf unserer Homepage oder unter info@respekt.tv
