DGB: »Kein Platz für Rassismus!«
- Freitag, 17. Februar 2012
Im DGB Gewerkschaftszentrum Schweinfurt ist jetzt auch optisch erkennbar, dass dort kein Platz für Rassismus ist. Der Eingangsbereich schmückt sich mit dem Schild »Respekt! Kein Platz für Rassismus«. Angebracht haben es der stellvertretende ver.di Geschäftsführer Sinan Öztürk, der Regionalleiter der IG BAU Hans Beer und DGB Regionsvorsitzender Frank Firsching.
Die gleichnamige Initiative wurde im Juni 2010 ins Leben gerufen. Sie setzt sich ein für einen respektvollen Umgang miteinander. In ihr engagieren sich viele prominente und engagierte Menschen aus Sport, Verbänden und Kultur. Von Beginn an mit von der Partie ist die IG Metall. Sie will in Betrieben und Verwaltungen sichtbare Zeichen setzen- für mehr Respekt und Toleranz.
Nötig sind diese Bemühungen allemal. Gibt es doch auch in Schweinfurt und unserer gesamten Region genügend Menschen, die nicht wissen wollen, die leugnen oder akzeptieren, dass es Rassismus gibt. Aufklärung ist deshalb dringend geboten. So wurde im letzten Jahr ein Antrag der Fraktion DIE LINKE im Schweinfurter Stadtrat mehrheitlich abgelehnt, der vorsah die Respekt- Schilder der Initiative an den Schweinfurter Schulen anzubringen. Das Argument von OB Remelé, Verwaltung und konservativer Mehrheit: »Wir wollen damit keinen Rassismus auslösen.« Diese Behauptung ist in etwa so, als würde man die Feuerwehr der allgemeinen Brandsstifterei bezichtigen.
Im Kreistag des Landkreises Schweinfurt dagegen wurde der gleiche Antrag, fraktionsübergreifend gestellt, angenommen. So schmücken die Schilder inzwischen nicht nur die Verwaltungsstelle der Schweinfurter IG Metall, das DGB Gewerkschaftszentrum, sondern auch das Landratsamt und einige öffentliche Gebäude im Landkreis. Angesichts 182 Todesopfer von rechtsradikaler oder rassistische Gewalt seit der Wiedervereinigung 1990 ein gutes und richtiges Signal für die Region.
Klar ist, dass einzig die Schilder keine Garantie für Aufklärung sind. Der initiative geht es darum die Botschaft »Respekt! Kein Platz für Rassismus« Tag für Tag zu verbreiten. Deshalb organisiert sie Events, Veranstaltungen, Lesungen, machen Bücher, Videos, Flyer, um zu informieren und wachzurütteln.
In Schweinfurt übernimmt diese Aufgabe auch das breite gesellschaftliche Bündnis »Schweinfurt ist bunt«, das zur Nazi- Gegendemo am 1. Mai 2010 immerhin 10.000 Demonstrationsteilnehmende auf die Beine brachte. Die nächste Aufklärungsveranstaltung wird Mitte April nach den Osterferien mit dem Journalisten Robert Andreasch stattfinden. Genaueres wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Quelle: Pressemitteilung DGB-Region Schweinfurt-Würzburg
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