Botschafter - Schulen

Cornelia Dewayne

Cornelia Dewayne (*15. September 1976) arbeitet als Lehrerin für Mathematik und Französisch (Klassen 5 bis 13) am Georg-Büchner-Gymnasium in Bad Vilbel. Die Mutter eines zweijährigen Sohnes ist verheiratet mit dem deutsch-amerikanischen Schauspieler Patrick Dewayne. Sie engagiert sich für den interkulturellen Austausch und leitete das Austauschprogramm des Gymnasiums mit der französischen Partnerschule in Périgueux.

 

Cornelia Dewayne (*15. September 1976) arbeitet als Lehrerin für Mathematik und Französisch (Klassen 5 bis 13) am Georg-Büchner-Gymnasium in Bad Vilbel. Die Mutter eines zweijährigen Sohnes ist verheiratet mit dem deutsch-amerikanischen Schauspieler Patrick Dewayne. Sie engagiert sich für den interkulturellen Austausch und leitete das Austauschprogramm des Gymnasiums mit der französischen Partnerschule in Périgueux.

»Wir haben kein Recht, vorschnell zu urteilen«

Mobbing unter Schülern ist eine große, durch das Internet geförderte Gefahr.

Was bedeutet Respekt für Sie?

Respekt bedeutet für mich, mein Gegenüber anzuerkennen, auf einer Augenhöhe mit ihm zu sein, egal wie diese Person aussieht, wie gebildet sie ist, was sie macht. Wir haben nicht das Recht, vorschnell über eine Person zu urteilen oder sie herab­lassend zu behandeln.

Gibt es für Sie einen Unterschied zwischen den Begriffen Respekt und Autorität?

Ja. Ich kann den Unterschied in meinem Job deutlich machen. Als Lehrerin habe ich eine gewisse Autorität gegenüber meinen Schülern. Sie sollen mir zuhören, ihre Aufgaben machen, lernen. Das kann ich aufgrund meiner Position durch die Vergabe von ­Noten etc. größtenteils beeinflussen. Ich habe aber Respekt ihnen gegenüber, erkenne ihre Leistungen und ihre Arbeit an und nehme Rücksicht. Durch den respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander rückt meine vermeintliche Autorität in den Hintergrund und ich kann eine Beziehung zu meinen Schülern aufbauen.

Erleben Sie Rassismus und Diskriminierung in Ihrem täglichen Leben, in der Schule?

In der Schule wird man immer wieder mit Diskriminierung und Intoleranz konfrontiert, insbesondere durch Mobbing zeigen Schüler ihre Abneigung gegenüber anderen und nutzen ihre »Stärke« aus. Das ist eine große, durch das Internet geförderte Gefahr, die in Schulen stärker thematisiert werden sollte. Rassismus erlebe ich selten. Aber auch in einem Ort wie Bad Vilbel, mit vielen gebildeten Menschen, musste ich mit anhören, wie ein älterer Herr auf einem Gemeindefest einen »Negerwitz« nach dem anderen erzählte, während in der Kirche ein afrikanischer Chor sang.

Sind Frauen öfter Opfer von Diskriminierung?

Nein. Es gibt viele »Randgruppen«, die aufgrund einer Eigenschaft benachteiligt werden.

Hat sich die gesellschaftliche Anerkennung der Frau in den letzten Jahren verbessert?

Ja. Es ist ein langsamer Prozess, aber es tut sich was. Die Arbeit der Frauen wird honoriert, wir haben (mehr) berufliche (Aufstiegs-)Chancen, unsere Arbeit als Mütter wird stärker anerkannt, und wir haben die Möglichkeit, durch Elterngeld, Krippenplätze etc. Familie und Beruf (aber noch nicht Familie und Karriere!) zu verbinden.

Wie entstehen Ihrer Meinung nach Vorurteile?

Vorurteile entstehen durch mangelnde Aufklärung, Unwissenheit und schlechte Vorbilder.

Ist Respekt eine Frage der Bildung? Des Elternhauses?

Sicherlich führt auch eine gute Bildung zu Respekt. Aber entscheidend ist meiner Meinung nach der Umgang untereinander, und das fängt im Kleinen, in der Familie an. Wenn Eltern ein gutes Vorbild sind, respektvoll miteinander und mit ihren Kindern umgehen, wird hier ein Grundstein für das Verhalten anderen gegenüber gelegt.

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